Testspiel gegen Litauen
Färdder | 30. März 2003Als ich mich am Samstag mittag auf den Weg nach Nürnberg mache, um den Fußball-Vize-Weltmeister zu sehen, war ich noch voller Hoffnung, ein tolles und erfolgreiches Spiel der Deutschen Mannschaft zu sehen. Es wird mein siebtes Länderspiel sein, welches ich live im Stadion mitverfolge. Nach einer guten halben Stunde Fahrtweg und Parkplatzsuchen bin ich da und habe sogar noch einen der begehrten kostenlosen Parkplätze in Stadionnnähe ergattern können.
Rings um das Frankenstadion war schon viel Betrieb, viele Fans bevölkerten den nahen Biergarten und das ehem. Reichsparteitagsgelände. Kurz vor Spielbeginn ging ich ins Stadion, um noch ein wenig vom Rahmenprogramm mitzubekommen. Es wurden Jugendmannschaften des DFB vorgestellt, Andi Köpke hat was zur WM 2006 in Nürnberg erzählt und Oliver Bierhoff hat den neuen offiziellen Fan-Club des DFB vorgestellt. Ein Fanclub der Nationalmannschaft, Erfolg oder Flop? Ich weiß es nicht, werd mir aber dennoch so meine Gedanken über einen Beitritt machen…
Nach dem Rahmenprogramm kam es dann zu den Spielaufstellungen und zu den Hymnen. Gott sei dank hat man inzwischen darauf verzichtet, die deutsche Hymne von einer Opernsängerin in absolut hymnenuntypischer Art und Weise vortragen zu lassen! Stattdessen hat man auf die gute alte Musikkappelle zurückgegriffen.
Nach all dem wird das Spiel angepfiffen und die Fans im mit gut 41.000 ausverkauften Stadion sind noch voller Euphorie. Laolawelle, Fangesänge und Jubel für die deutsche Mannschaft und für Rudi Völler. Sogar Oliver Kahn wurde in der Andi-Köpke-Hochburg Nürnberg bejubelt. Ich erinnere mich an frühere Länderspiele in Nürnberg, als man auf die Aufstellung von Oliver Kahn mit Fangesängen wie z.B. “Wer ist Deutschlands Nummer Eins? Andi Köpke!” reagierte. Aber selbst die Fans des 1. FC Nürnberg erkennen mittlerweile die Leistungen von Kahn an und lassen Ihre Antipathie nur noch bei Spielen des FCB in Nürnberg erschallen.
Nachdem Deutschland bereits nach 8 Minuten führt, ist die Stimmung kaum noch steigerungsfähig. Nach dem Tor jedoch passierte lange nichts und nach dem Gegentor in der 73. Minute schlug die bis dahin schon stark abgeschwächte Stimmung in Pfiffe gegen die deutschen Spieler um. Einzig der Debütant Kevin Kuranyi erhielt bei seiner Einwechslung noch Beifall. Vielleicht hätte Rudi Völler überlegen sollen, statt der A-Mannschaft die U21 spielen zu lassen. Die haben am Vortag zwar genau so schlecht gespielt, haben aber in Jürgen Kohlers letztem Spiel als U21-Trainer noch mit 1:0 in Fürth gewonnen. Vielleicht hätte man aber einfach nur das Spiel der A-Nationalmannschaft im Fürther Playmobil-Stadion austragen sollen, dort wird ja bekanntlich ein erfolgreicherer Fußball gespielt, als dies z.Zt. in Nürnberg der Fall ist!
Nach dem Spiel verliesen die Fans recht schnell das Stadion und die Spieler suchten in Fernsehinterviews nach Ausreden. Wie immer halt nach solchen Spielen. Als Fan kann man sich schon fragen, was das soll. Man bezahlt gutes Geld für den Eintritt und sieht ein Spiel, welches allenfalls Regionalliganiveau hat. Und das nicht zum ersten mal. Bei der WM wurde man Vize-Weltmeister und hat gezeigt, daß man auch guten Fußball spielen kann. Aber warum zeigt die Mannschaft diesen Fußball nicht auch mal bei Heimspielen?









