Feuerwerk in Celje
Färdder | 29. März 2005Das Unternehmen “Slowenien” begann am Karfreitag gegen 23.00 Uhr in Nürnberg, wo ich mich dem Bus der “German Supporters” aus Freiburg anschloss. Der Bus war voll; auf den Sitzen Fans aus Freiburg, Dresden, Köln und mir aus Fürth; im Gang der “Reiseproviant”.
Nach langer Nachtfahrt und diversen Stops an Rastplätzen und an der Grenze zu Slowenien, wo wir alle erstmal aussteigen mussten und der Bus gefilzt wurde, kamen wir dann in Celje am Stadion an und machten hier erstmal nach einigen mit Hubkonzert untermalten “Ehrenrunden” auf dem Kreisverkehr auf uns aufmerksam - Staubildung auf den Zufahrten war die Folge…Unser Bus war der Erste und so war uns ein Parkplatz direkt am Stadion sicher!
Die Zeit bis zum Spiel verbrachte man mit einer Erkundungstour rund ums Stadion, im Einkaufszentrum neben dem Stadion und an diversen Bierständen. Auch die Innenstadt wurde inspiziert und dort kam es dann auch gegen Mittag zu den ersten kleinen Ausschreitungen von Deutschen…ein Hotel, ein McDonalds und ein paar Fensterscheiben waren die Opfer und die ersten ca. 40 Fans durften sloweniens Zellen von innen bestaunen…
Zurück am Stadion dann waren nun mittlerweile mehr Busse aus D eingetroffen und darunter auch einer aus Fürth - ich war somit nicht der einzige, der die Kleeblattstadt in der Ferne vertrat!
Als man dann ins Stadion ging, wurde man erstmal gründlich durchsucht. Dies dauerte, da man nur ein “Drehkreuz” und nur zwei Ordner, welche durchsuchten, hatte. Kurz vor Spielbeginn wurde es einigen Fans zu bunt und man trat kurzerhand das Eingangstor zum Block auf der Gegentribüne ein und überrannte die Ordner mit Gesängen wie “wir sind wieder einmarschiert…” (somit war dann auch klar, welches Klientel sich hier Zugang verschafft hat). Glück für die, die keine Karte hatten…Die 5 Polizisten, welche da waren, waren machtlos und mussten erst auf Verstärkung warten. Irgendwie war man meiner Ansicht nach nicht richtig auf den Ansturm der Deutschen eingestellt.
Im Block vertrieb man sich die Zeit bis zu den Hymnen mit “Vorfelder-raus”-Rufen. Die eigene Hymne wurde dann mitgesungen und die SLO-Hymne wurde mit einzelnen Pfiffen bedacht. Soweit ich weiß, wurden 1400 Karten an Deutsche Fans ausgegeben, meiner Meinung nach aber waren es deutlich mehr.
Als das Spiel dann angepfiffen wurde, flogen die ersten Leuchtraketen aufs’ Feld, die Feuerwehr war aber zur Stelle und beseitigte diese immer wieder…
Das Spiel selbst war eher langweilig, zwar führte man zur Pause, aber man hätte das ganze auch ernster nehmen können. Wohl aus Langeweile kam es dann immer wieder zu Pyroaktionen und auch einige Sitzschalen mussten daran glauben. Die paar Slowenenfans, welche sich auch in den Block verirrt hatten, waren schon lange nicht mehr da und auch die Polizei zog immer wieder ab und lies die Deutschen ihr Ding durchziehen. Auch die Androhung des Stadionsprechers, die Tribüne zu räumen, imponierte wenig und so machte man auch in der zweiten Hälfte was man wollte.
Mittlerweile haben sich auch hinter dem Tor deutsche Fans versammelt und so flogen auch von dort ein paar Raketen. Die Slowenen wurden im Spiel immer besser und die Gesänge wurden immer aggressiver und auch die eigenen Spieler Owomoyela und Neuville wurden von den Irren mit teils rassistischen Gesängen bedeckt.
Die Polizei war nun mittlwerweile permanent im Block und nach dem Spiel musste man dann 10 Minuten “nachsitzen”. Als Klinsmann und Co. auf ihrem Weg zum ZDF-Studio, welches unmittelbar neben dem Fanblock der Deutschen war, vorbei kamen, kamen wieder die Anti-MV-Gesänge und Anti-DFB-Gesänge auf.
Als man dann endlich die Tribüne verlassen durfte, wurde man von der Polizei auf Nebenwegen auf die Parkplätze geleitet, wo es dann nochmal zu vielen Hetzszenen kam. Alles war unüberschaubar, hier rannte ein Mob, dort rannte einer und mittendrin unser Bus aus Freiburg.
Zwar wollte man erst ca. zwei Stunden nach dem Spiel abfahren, aber man entschloss sich aufgrund der aktuellen Lage dann doch für eine sofortige Rückfahrt. Als dann alle da waren, und es waren alle da, gings los. Begleitet von Polizei und wieder mit einer “Ehrenrunde” gings dann wieder Richtung Heimat. Bei einem Stop an einer Tanke, ebenfalls mit Polizei im Geleit, wurde dann noch das Restgeld ausgegeben. Die Rückfahrt verlief ruhig und man erreichte Nürnberg wieder gegen ca. 7.45 Uhr, wo ich die Reisegruppe wieder verlies.
Mein Fazit kurz und knapp: Eigentlich ein nettes Fußballosterwochenende, aber keine gute Vistitenkarte für die WM und für Deutschland insgesamt! Erinnerte ein wenig an Polen 1996…
Bilder von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.









