Parisfahrt
Färdder | 14. November 2005Wieder ein Länderspiel. Das letzte in diesem Jahr. Diesmal führte uns der Weg ins seit Tagen von Krawallen heimgesuchte Paris ins Stade de France.
Als wir den Bus in St. Denis am Stadion in einer kleinen Nebenstrasse abstellten, fragten wir uns alle, ob wir das Gefährt so wieder zu Gesicht bekommen würden oder ob das Gesindel, wie der französische Innenminister sagt, uns den Bus abfackeln würde. Ich nahm vorsorglich meine sieben Sachen mit und machte mich auf den Weg in die Innenstadt, um den Eifelturm und Co. zu bewundern. Mit der U-Bahn gings zum Chans Elyssee und von dort aus zu Fuß zum Triumphbogen, zum Eifelturm und weiter zur Kathedrale von Notre Dam.
In der Stadt wurde ein massives Polizeiaufgebot zusammengezogen und am Eifelturm standen sogar Soldaten, welche das über Paris verhängte Versammlungsverbot durchsetzen und dabei wohl auch den Plan der Fans, sich um 16 Uhr dort zu treffen, um gemeinsam ins Stadion zu gehen, durchkreuzt haben. Ich selbst wollte später auch wieder dort hin kommen, hab mich aber mit der Zeit und mit den Entfernungen verschätzt und fuhr daher selbst wieder zurück zum Stadion.
Dort wurden dann die üblichen Bilder geknipst und ein Platz gesucht. Ein paar Pöbeleien zwischen Deutschen und anderen Deutschen, die auf ihren festen Sitzplatz bestanden, kamen auf. Deren Forderungen konnten aber aufgrund der Masse von Stehplatzanhängern nicht durchgesetzt werden und so wurde, wie fast immer auswärts, der Sitzplatzblock größtenteils in einen Stehplatzblock umgewandelt.
Die Franzosen wollten vor dem Spiel in ihrer Kurve eine Choreo durchführen, welche aber wohl missglückt ist, ich konnte jedenfalls nicht erkennen, was das ganze darstellen sollte. Dafür aber war das Riesentrikot von denen um so eindrucksvoller, um einiges größer als das, was bei den Deutschen immer zu sehen ist.
Das Spiel dann war gar nicht schlecht, Chancen auf beiden Seiten. 0:0 zur Pause. Nach dem Wiederanpfiff kam dann Unruhe im Unterrang auf, als zwei Leute von gut 20 anderen aus dem Block gedrängt wurden. Das heizte die Stimmung an und veranlasste einige aus den Oberrängen denen zur Hilfe zu kommen und so wurde der Block unten gestürmt. Ordner waren zwar da, aber die hatten wohl keinen Bock auf Konfrontation und liesen die Leute mal machen…Polizei im Block war auch Fehlanzeige. Eine Gruppe von ca. 50 Deutschen erlebnisorientierter Fans stand nun dort unten und sang ihre Lieder. Die Franzosen, welche gerade noch in starker Überzahl aufgemuckt haben, trauten sich nun plötzlich nicht mehr und suchten den Weg über den Innenraum raus aus dem Block. Sonst aber gab es keine Vorkommnisse und auch das Spiel wurde mehr oder weniger erfolgreich mit 0:0 über die Runden gebracht.
Nach dem Spiel dann suchte ich wieder den Weg zurück zum Bus, welcher auch nochheil war… Brennende Autos oder steinewerfende Algerier wurden auch keine gesichtet und so konnte man unbesorgt die Heimfahrt antreten.
Alle Bilder von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.









