Sieg in Wembley
Färdder | 24. August 2007Abfahrt zum Spiel war für den oberpfälzer HSVer Tobi und mich um 16 Uhr in Nürnberg, von wo es zunächst in Richtung Karslruhe zum Buszustieg ging. Dort viel zu früh angekommen wurde die Zeit am Bahnhof totgeschlagen, ehe dann gegen 21.30 die beiden freiburger Busse der GS eintrafen.
Auf direktem Wege, naja fast, gings dann über Luxemburg und Frankreich an die britische Aussengrenze in Calais, wo wir erstmal alle aussteigen und in nem Container die Ausweise vorzeigen mussten. Nach dieser Formalität wurde dann der gesamte Bus samt Inhalt auf den Zug verfrachtet und via Eurotunnel nach Folkstone transferiert. So gegen 8 kamen wir dort an. Da zu der Zeit jeder wieder mehr oder weniger wach war, war die Stimmung im Bus auch recht gut und so wurde dann das letzte Teilstück bis London in Angriff genommen.
Dort in der Megastadt angekommen, fuhren wir erstmal zum Mannschaftshotel, um die Parkausweise für die Busse in Empfang zu nehmen. Nach ner Stunde im Stau und bei britischem Sauwetter kamen wir auch dort endlich an und fuhren im Anschluss weiter zum Stadion.
Gegen 11 kamen wir dann endlich an der “Kathedrale des Fußballs” an und nahmen die Schüssel erstmal von außen in Betracht. Schon beeindruckend das Teil. Auch die Dietmar-Hamann-Bridge gleich überm S-Bahnhof ist sehr gelungen, auch wenn die falschen Namensschilder dafür angeschraubt sind…
Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir dann in die Innenstadt zur Towerbridge, liefen einmal um den Tower und fuhren dann zum Chelseastadion, wo wir einen Arsenalanhänger als Schrankenposten vorfanden und Mourinho zweimal in seinem Audigeländewagen an uns vorbeifuhr. Leider nahmen wir nicht wahr, daß dort auch Stadiontouren angeboten wurden; dies wird dann wohl in zwei Wochen während des Londonaufenthaltes nach dem Walesspiel nachgeholt.
Da uns die anderen Sehenswürdigkeiten in London nicht interessierten, gings dann wieder zurück zum Wembleystadion. Gegen 18.30 waren wir dann dort wieder angekommen und gingen ins Stadion rein. Im Vorfeld war viel über die Sicherheitsbestimmungen spekuliert worden, Kameras etc. waren lt. Kartenvermerk verboten. Die Sicherheitskontrollen waren am Einlass jedoch äußerst locker, eigentlich gar nicht vorhanden; es wurde teilweise nichtmal abgetastet.
Im Innern dann das übliche Bild. Fressbuden, Souveniershop und sogar an ein Wettbüro wurde gedacht. Die Preise waren jedoch relativ teuer, so vielen für ein Stadionheft 6 Pfund an, für einen Burger mit Getränk 5,50 Pfund und für Fish & Chips 7 Pfund.
Im Block angekommen wurde dann erstmal über den Sicherheitswall gewitzelt, welcher aus einer über drei Sitzreihen verlegten Gummimatte bestand. Aber sollte kein Problem darstellen. Wie von außn macht das Stadion auch von innen einen sehr guten modernen Eindruck. Ob es die in den Medien genannten Baukosten von 1,4 Milliarden Euro wert ist will ich allerdings nicht bewerten… Persönlich gefiel mir nicht, daß der Rasen z.B. nicht tiefergelegt ist, so konnte man in den ersten 3-5 Reihen hinterm Tor, wo auch wir unseren Platz hatten, im Sitzen das Spielfeld nicht gut überblicken. Aber egal, es wurde wie auf Auswärtsspielen üblich eh auf den im Vorfeld angekündigten Sitzzwang verzichtet und auch die Engländer auf der anderen Seite der Gummimatte haben gestanden. Auf den Plätzen fanden wir Plastiktüten vor, gelbe, rote und schwarze, die eine Deutschlandfahne in einer Choreographie ergeben sollte. Auch die Engländer hatten eine in Form einer Englandfahne mit dem Schriftzug “Danke für 2006″ auf der Gegentribüne vorbereitet. Etwas untypisch für die Insel, aber naja, Heimspiele sind halt mittlerweile auch in England mehr Event als richtiger Fußball.
Das Spiel begann dann weniger gut für uns, bereits nach 10 Minuten waren wir im Rückstand. Leider machte sich mit dem Rückstand auch das in Massen mitgereiste deutsche Eventpublikum bemerkbar, nämlich mit Schweigen; die anfänglich gute und lautstarke Unterstützung bleib nach dem 0:1 aus. Aber nicht lange, mit dem Ausgleich in der 26. Minute wurden die Gesänge wieder lauter und mit der Führung in der 40. war wieder alles in Butter, sportlich und stimmungstechnisch. Da nun spätestens mit unserer Führung das vielgelobte stimmgewaltige und singfreutige Englandpublikum die Unterstützung verweigerte, wurde es nun zu einem Heimspiel für uns.
Außer paar mal dem Bomberlied kam nix mehr von der anderen Seite und als dann den Engländern ein “Football’s coming home” von deutscher Seite entgegengeschmättert wurde, wars irgendwie ganz aus bei denen.
Sportlich gesehn war die zweite Hälfte nur noch zittern angesagt, die Engländer kamen paar mal gefährlich nahe vors Tor; Lehmann und die Abwehr leisteten aber ganze Arbeit und hielten den Sieg fest. Irgendwie alles wie immer, am Ende gewinnen eben immer die Deutschen, wie ein Engländer mal bemerkte - in Wembley ungeschlagen seit nun mehr als 30 Jahren! München 2001 können die sich nun langsam mal an die Backe schmiern.
Nach dem Spiel dann die gewohnte und erwartete Blocksperre, die aber nur ca. 15 Minuten andauern sollte. Danach gings dann zurück zum Bus und ohne große Highlights wieder zurück Richtung Deutschland. Ankunft Nürnberg 18 Uhr - das Ende eines gelungenen und auf Ewig in Erinnerung bleibenden Fünfzigstundentripps. Fortsetzung folgt in zwei Wochen in Cardiff/Wales…
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