Walestrip
Färdder | 12. September 2007Der geplante Auftakt unseres Walestripps für den Nürnberger Jens und mich war eigentlich Freitag Abend gegen halb acht, da hätte der Flieger Richtung London gehen sollen. Der Flieger stand da, nur flog eben nicht. Wegen technischer Probleme hieß es vorerst, also vertrieb man sich die Zeit am Wartebereich mit Schwätzchen mit den anderen Fußballtouristen, überwiegend Nürnberger…na ja, eigentlich alles Nürnberger. Bis auf mich, bin ja Fürther. Aber bei Länderspielen ist man ja tolerant. Allerdings war ich nicht der einzige Außenseiter, ein Wiener, der auf dem Weg zum Englandspiel auch in Nürnberg Station machte, war auch noch da.
Die technischen Probleme am Flieger schienen dann doch größer gewesen zu sein, denn man musste erst einen Ersatzflieger auftreiben. Insgesamt dauerte die Verspätung dann knapp vier Stunden, ehe es dann endlich los gehen konnte. Machte aber im Grunde nix, denn der Linienbus nach Cardiff fuhr eh erst am Samstag um elf.
In London, bzw. Stansted angekommen, hatte man also genug Zeit, sich noch etwas Sightseeing reinzuziehen. Als erstes musste man allerdings die lange Schlange am Einlass zum britischen Königreich hinter sich lassen. Also erstmal brav anstellen, ne dreiviertel Stunde warten, Ausweis vorzeigen, Rucksack vom Band holen, Busfahrkarte in die City organisieren und den Bus suchen, einsteigen und Losfahren. Angekommen in der Londoner City sind wir dann um zwei Uhr, oder auch um drei, hab das mit der Zeitverschiebung irgendwie nicht mehr erfasst. Es war aber noch dunkel. Da um die Zeit dort wo wir ausstiegen nichts mehr offen hatte und auch keine Ubahn mehr fuhr, gingen wir einfach immer gerade aus. Ziel Buckingham Palast. Den Weg kannte ich in etwa und irgendwann kamen wir dort auch an. Alles unbeleuchtet und wir waren die einzigen Touristen dort. Kommt wahrscheinlich auch nicht so oft vor. Von dort gingen wir dann weiter über ne Nebenstrasse zur Westminster Abbey und die danebengelegenen Parlamentsgebäude und Big Ben. Dort überquerten wir die Themse und gingen weiter ostwärts am Ufer entlang, vorbei an knutschenden Paaren, pöbelnden Jugendlichen, ner bettelnden Punkerin die wir nicht verstanden und haschrauchenden, bzw. nach Hasch riechenden Tabak rauchenden Kiddies in Richtung Tower Bridge und Tower. Der weitere Weg führte uns dann von dort zum Bahnhof Liverpool Street, natürlich auch zu Fuß. Dort sollten wir uns planmäßig mit dem HSVer Tobi treffen, was auch alles soweit klappte und so gings weiter zum Victoria Busbahnhof, von wo um elf der Bus nach Cardiff ging. Auf der Busfahrt wurde dann nachgeholt, was in der Nacht fehlte: Schlaf!
Mehr oder weniger ausgeschlafen kamen wir dann auch pünktlich an. Doch das Ziel war noch immer nicht erreicht, denn das gebuchte Hotel war irgendwo ganz anders. Bewaffnet mit nem ausgedruckten Stadtplan gings dann also erstmal auf die Suche. Durch die Fußgängerzone und noch ein Stück weiter. Was wir dort sahen, gefiel uns. Alles äußerst spärlich bekleidete Mädels, kaum zu beschreiben. Sowas bekommt man bei uns leider nur selten auf offener Straße geboten. Hotel war da fast nur noch Nebensache, aber irgendwann fanden wir selbst dort hin. Das reservierte Hotel wollte uns zwar trotz Bestätigung dann doch nicht aufnehmen, aber zwei Türen weiter waren wir willkommen und bezogen dort zu dritt ein kleines Zimmer, was aber völlig ausreichend war. Ich entschloss mich da erstmal dazu, mich von den Schuhen zu befreien, was nach fast 20 Stunden und unzählig gelaufenen Kilometern so was wie ne kleine Befreiung darstellte. Noch etwas frisch machen, dann gings weiter. Wieder zurück durch die Fußgängerzone, vorbei an vielen Fanartikelständen, wo man zu meinem Erstaunen neben deutschen Fahnen und Schals selbst Schals vom 1. FCN erwerben konnte (kein Witz!). Das Stadion wurde dann gegen 17 Uhr erreicht. Dort schaute man sich erstmal um, ging in das Arms Park Stadion, wo Rugby gespielt wird und ging dort wieder raus und schaute noch ein wenig die Stadionumgebung an, ehe man dann endgültig zum Stadioneinlass ging.
Nach leppischen Sicherheitskontrollen, welche eigentlich gar keine waren, waren wir dann drinnen im Milleniumstadion. Ganz nett dort, aber nicht toll. War wohl mal ein ganz modernes Stadion, aber irgendwie mittlerweile auch nichts besonderes mehr. Der deutsche Bereich füllte sich langsam und die Fanfahnen wurden ausgelegt, Platz genug war ja da. Am Anfang bestanden noch die ein oder anderen auf Ihre auf der Karte abgedruckten Sitzplätze, wie auswärts üblich gingen deren Forderung aber dann kurz vor Anpfiff unter. Kurz nach Anpfiff kams dann im Unterrang an der Schnittstelle zwischen deutschem und walisischem Fanblock zu einigen Pöbeleien, was die Ordner allerdings schnell unterbinden konnten. Was genau los war, konnte ich nicht erkennen…ich hatte meinen Platz im Oberrang. Das Spiel selbst war Standard und wurde pflichtgemäß gewonnen. Allerdings nach mäßiger Leistung, was man den Jungs aber wohl auch mal nach zuletzt guten Leistungen zugestehen muss. Nach dem Spiel wurde dann noch etwas die Mannschaft gefeiert. Blocksperre gabs zwar keine, ein Großteil verweilte aber dennoch noch etwas im Block. Irgendwann zog sich dann auch die Mannschaft in die Kabine zurück und somit war auch für uns das Ende gekommen. So gings dann raus aus dem Stadion und wieder zurück, erst in die Fußgängerzone, dann direkt zum Hotel. Kneipentour war nicht, waren alle zu fertig.
Am nächsten morgen dann gabs erstmal für jeden ne Portion britisches Frühstück mit allem, was man so früh am Morgen wohl besser nicht zu sich nehmen sollte. Danach rief uns die nette Frau vom Hotel ein Taxi und so gings dann zurück zum Busbahnhof, wo bereits einige andere Deutsche auf den Transfer zurück nach London warteten. Der Bus war pünktlich und so gings dann wieder los. Eigentlich hätte alles ganz gut geklappt, wenn man da nicht zuerst aufgrund eines Staus dazu gezwungen war, eine Ausweichstrecke durch die Dörfer zu nehmen und danach noch in London in nem kleinen Megastau stand. Irgendwie ging da nix mehr. Die ersten wurden schon nervös, denn deren Flüge waren relativ knapp gebucht. Als man dann an einer Ubahnstation vorbei kam, wollten die ersten raus, weil es damit wohl schneller gegangen wäre. Dies wusste der pflichtbewusste Fahrer jedoch zu verhindern. Die Tür blieb zu. Uns lies das relativ gelassen, denn unsere Rückflüge gingen erst Abends. Allerdings mussten auch wir auf die geplante Stadionbesichtigung in Chelsea verzichten, weil die Zeit nicht mehr gereicht hat. Stattdessen ging man nach Ankunft in Victoria Richtung Buckingham Palast, schaute sich dort etwas um, nahm Fish und Chips zu sich und lief wieder zurück zum Busbahnhof. Dort trennten sich unsere Wege wieder. Jens und ich mussten nach Stansted, Tobi nach Luton. Am Flughafen gings dann recht flott: Einchecken, Sicherheitscheck, Bummeln und Zeittotschlagen im DutyFree-Bereich und letztendlich war dann auch noch der Flieger fast pünktlich. Ankunft Nürnberg: gegen 23 Uhr. Tripp gelungen, erfolgreiches Spiel, neues Stadion gesehn, neues Land bereist…
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