Über London nach Dublin
Färdder | 15. Oktober 2007Zum Spiel gegen Irland gabs wieder mal ne Asseltour, d.h. Freitag bis Sonntag auf Tour ohne Hotel, Bett und dem Komfort eines ziviliserten Daseins. Am Freitag ging es also los, diesmal allein. Erstmal wie so oft von Nürnberg nach London-Stansted und von dort dann morgens weiter nach Dublin. Den Freitag Abend verbrachte ich in der Londoner Innenstadt, etwas rumlaufen, einkehren und auf den Bus zurück warten. Gegen drei war ich dann wieder in Stansted, erkämpfte mir dort eine Wartebank (wieder mal alles voll) und lies mich dort erstmal nieder. Schlafen konnte ich da jedoch nicht, weil die Spinner vom Service mitten in der Nacht die Wartehalle mit ihren lauten Maschinen reinigen müssen…jedesmal das selbe. Naja, machte nix, denn der Flieger in die irische Hauptstadt ging ja bereits um halb sieben.
In Dublin angekommen machte ich mich ohne Umwege direkt in die Innenstadt, frühstückte erstmal und begann dann meine geplante Sightseeingtour. Etwas später fuhr ich dann mit so einer Sightseeingtour im offenen Doppeldeckerbus mit, um mir einen Eindruck von der City zu verschaffen. Nach der Tour dann machte ich mich wieder zu Fuß auf den Weg, schaute mir alles nochmal in Ruhe an und ging dann, wie vorab gebucht, zur Guinessbrauereibesichtigung. War ganz nett dort, alles schön erklärt, wie Bier gebraut wird etc. und am Ende gab es ein Gratispint des Endprodukts ganz oben von der Aussichtterrasse des Museums. Danach dann machte ich mich langsam aber sicher auf den Weg zum Stadion, natürlich auch zu Fuß.
Dort angekommen bin ich dann gegen 17 Uhr. Zu der Zeit war noch nicht viel los und so erkundete ich noch ein wenig das Stadionumfeld. War aber wenig spektakulär dort, mitten im Wohngebiet. Doch die Zeit verging und so öffnete dann das Stadion irgendwann seine Pforten und ich ging rein, machte die ersten Bilder und bewunderte die Architektur. Der Gästebereich war im Gegensatz zum Rest des Stadions unüberdacht. Machte aber nix, denn das Wetter war trocken, windstill und relativ mild.
Langsam füllte sich das Stadion, der deutsche Block wurde beflaggt und bis zum Anpfiff war dann alles recht voll. Gute Stimmung dachte ich, aber leider war es dann doch nicht so tolle. Eher verhalten. Mit Dach drüber wärs mit Sicherheit besser rübergekommen. Aber naja, man hat sich halt, wie die Mannschaft auch, nur auf das Nötigste konzentriert. Einziger Höhepunkt war wahrscheinlich der Stadionsprecher, der mit seiner Ankündigung einer Auswechslung für “West Germany” für Gelächter sorgte. Am Ende hieß es nach lahmen Spiel nur 0:0. Grund zum Feiern hatte man dennoch, denn die Qualifikation zur EM war somit für uns perfekt.
Nach Abpfiff und unnötiger fünfzehnminütiger Blocksperre gings’ dann wieder ab in die Stadt. Mittlerweile habe ich mich dann einem anderen Alleinreisenden, einem Gladbacher, angeschlossen. Ziel war eigentlich der Temple Bar Bezirk. Dort kamen wir jedoch nie an, denn auf dem Weg dort hin fanden wir ein anderes nettes Pub, wo wir dann verweilten und ein Pint nach dem anderen zu uns nahmen und der Livemusik lauschten, mit anderen dort aufgeschlagenen Deutschen schwatzten und das irische Nacht-Publeben genossen. War ganz nett. Auch die Tatsache, daß man dort und generell in Irland auch als Gästefan als Gast angesehen wird und man keinerlei Probleme mit Hools oder anderen suspekten Gestalten hat.
Irgendwann hatten wir dann genug und gut abgefüllt gings dann wieder mit dem Bus zum Flughafen, wo wir uns noch ne Mütze Schlaf erhofften. Hätte wahrscheinlich auch geklappt, wenn dann dort nicht so ein verwirrter Ire relativ laut mit sich selbst auf irisch redete und für Belustigung im Publikum, also bei den anderen Wartenden sorgte. Der Höhepunkt war dann, als er mittels Zigarette den Feueralarm auslöste und dann verschwand. Nach ner Zeit kam dann ne Polizistin, sah sich die Alarmglocke an und ging weiter. Nach knapp 15 Minuten Dauerläuten schaffte es dann doch mal ein Trupp Feuerwehrleute hin und sorgte für Ruhe, welche aber nicht lang anhielt, denn auch auf dem Dubliner Flughafen herrscht Ordnung und so kamen auch hier die lauten Reinigungsmschinen zu Einsatz. Mittlerweile hat sich dann auch der Gladbacher verabschiedet, denn sein Flieger ging zwei Stunden früher als meiner. Die Zeit bis zum Abflug schaute ich noch etwas fern, Hauptthema im Morgenmagazin: Der Finaleinzug der Engländer bei der Rugby-WM…
Am Abfluggate lernte ich dann noch ne nette und ebenfalls deutlich übernächtigte Irin kennen, die auch nach London flog. Die texte mich mit irgendwas zu. Hab aber nur nen Teil verstanden, denn zum einen kann ich kein Irisch und zum anderen stellten sich mittlerweile erste Katerkopfschmerzen ein. Aber der Tag verging dann auch so irgendwie. In London hab ich dann auch nochmal etwas Sightseeing gemacht, ehe ich dann am Abend und wieder zurück nach Nürnberg flog und knapp 50 Stunden nachdem ich aus dem Haus ging wieder zurück war…
Alle Bilder und Videos von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.









