Fahrt zum EM-Auftakt
Färdder | 9. Juni 2008Die Fahrt zum deutschen EM-Auftakt in Klagenfurt gegen Polen begann für mich bereits um 2.30 Uhr in Schwandorf, wo der Bus eine handvoll Auserlesener, darunter mich, aufgesammelt hat. Nach staufreier Nachtfahrt und einem fixen Grenzübertritt ohne Kontrolle kamen wir kurz nach 9 Uhr am Wörthersee an, wo bereits ein gechartertes Ausflugsschiff samt Buffet zur alleinigen Nutzung wartete und uns bei zumindest teilweise bestem Sonnenbrandwetter 3 Stunden über den See schibberte. War ein netter Einfall des Chefplaners Andre, welcher dies organisierte.
Nach der Schifffahrt fuhren wir dann direkt zum Stadion, wo wir gegen 15 Uhr ankamen. Einen eigenen Busparkplatz gabs nicht, genauso wenig wie andere Parkplätze. So mussten für die Autos paar stadionnahe Äcker/Wiesen herhalten, für Busse wie den unseren reichte ein Platz am Strassenrand in etwa 2 Kilometer Entfernung vom Stadion…
Die Zeit bis zum Anpfiff konnte nun jeder nach eigenem Ermessen gestalten. Ich für meinen Teil wanderte erstmal zum Stadion, schaute mich kurz um, sah dort bereits jetzt einige Deutsche und noch mehr Polen. Danach entschloss ich mich, in die Stadt auf die Fanmeile zu fahren. Gesagt getan. In der Fussgängerzone waren diverse Stände für das Leibliche Wohl aufgebaut, auf einem Platz vor ner Kirche gabs ne Großbildleinwand. Alles in allem nicht schlecht, aber doch relativ übersichtlich. Besucht wurde das ganze überwiegend von deutschen und polnischen Anhängern. Einheimische oder gar Fans anderer Mannschaften waren nur wenige zu sehen. Gesichert wurde das ganze von österreichischer und nordrhein-westfälischer Polizei, welche an jeder Ecke Präsenz zeigten. Machten anscheinend nen guten Job, die befürchteten und bei jedem deutsch-polnischen Aufeinandertreffen üblichen Ausschreitungen blieben aus. Laut Videotext, wie ich später las, gab es in der Stadt knapp 140 Festnahmen von Neonazis, welche ihrer Gesinnung entsprechende Parolen in Richtung Polenanhang gegrölt haben sollen. Sicher haben auch die Polen zurückgegrölt, allerdings werden dies weder die österreichischen noch die deutschen Ordnungshüter verstanden haben, also hats keinen gejuckt. Ich selbst bekam davon vor Ort aber nichts mit.
Nachdem ich die Fanmeile abgehakt und mich dort noch mal mit Bier und Bratwurst gestärkt hatte, fuhr ich wieder ins Stadion. Mit dem Linienbus kam ich auf dem Weg dorthin auch an einer etwas abseits gelegen Großbildleinwand vorbei, welche wohl beim Spiel die Mehrheit der Massen ohne Ticket fürs Spiel anzog. Wieder am Stadion angekommen, es war nun kurz vor halb sechs, suchte ich erst mal den direkt vor dem Stadion gelegenen Supermarkt auf und besorgte mir nochmal was zum Trinken…Stadionpreise sind ja bekanntlich leicht überteuert. Als ich die Pulle Wasser leer hatte, ging ich ins Stadion rein. Sicherheitskontrollen waren da, aber nicht so übertrieben wie beispielsweise bei der WM vor zwei Jahren. Einen äußeren Sicherheitsring z.B. gab es nicht, man kam auch ohne Karte bis direkt vors Stadion. Ich hatte aber zum Glück eine und kam sogar ganz rein.
Dort habe ich kurz alles begutachtet, sah alles relativ behelfsmäßig aus. Aber naja, die Stahltribünen des Oberranges sollen ja ohnehin nach dem Turnier wieder abgebaut werden. Nun suchte ich meinen Platz auf, welcher sich im Unterrang knapp hinter dem Tor befinfand. Beste Sicht aufs Spielfeld, nicht zu nah aber auch nicht zu weit weg.
Jetzt war es gerade mal halb sieben. Man fragt sich, was ich schon so früh auf meinem Platz wollte. Ganz einfach: Das Spiel Österreich : Kroatien, welches im Stadion auf der Videotafel gezeigt wurde, anschaun. Kroatien gewann. Die Gastgeber verloren. Jetzt waren wir an der Reihe. Die deutsche und die polnische Elf waren mittlerweile schon auf dem Platz zur Platzinspektion. Eine Stunde noch bis zum Anpfiff.
Diese wurde mit Musik und Stadionsprechervorträgen schnell abgearbeitet und um 20.45 Uhr war es dann soweit. Deutschland gegen Polen. Erst die Hymnen. Die gegnerischen jeweils von beiden Seiten wie erwartet mit Pfiffen untermalt. Das deutsch-polnische Verhältis ist halt nunmal gestört, da kann auch der Fussball nix dran ändern. Dann das Spiel. Stimmung war am Anfang auf beiden Seiten gut, wobei die Polen akustisch meiner Meinung nach leicht im Vorteil waren. Jedenfalls bis zum Führungstreffer unseres Polen im Deutschlandtrikot, Lukas Podolski. Danach war es erstmal ruhig auf polnischer Seite, nur noch teilweise kam was von denen. Ganz anders auf unserer Seite, da war jetzt Stimmung ohne Ende, was sich nach dem zweiten Treffer unserer Elf sogar noch steigerte. Polen war nun ganz ruhig und bedient.
Als das Spiel zu Ende war, blieben die meisten noch im Block, um die Mannschaft zu feiern. Diese lies sich nicht lange bitten und kam in die Kurve zur obligatorischen Verabschiedung. Das wars. Ein perfekter Turnierauftakt. Danach ging ich wieder mit der Masse aus dem Stadion, wanderte wieder zum Bus. Die Abfahrt gestaltete sich problemlos, kein Stau, nix. Schnell waren wir wieder auf der Autobahn und hatten freie fahrt bis Schwandorf, wo wir gegen halb sieben ankamen und sich die Wege trennten.
Mein Fazit fällt durchweg postitv aus. Wetter war, mal abgesehen von einem einzigen kurzen Schauer, sehr gut, Stimmung optimal, Rahmenprogramm, sprich Bootsfahrt, mal was anderes und der Sieg am Ende des Tages der krönende Abschluss. Danke an Andre für die (wieder mal) klasse Organisation!
Alle Bilder und Videos von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.









