Auswärts mal anders
Färdder | 14. September 2008Unter dem Motto “Fliegen kann jeder” machten sich am Montag Morgen knapp 120 deutsche Fans auf in Richtung Helsinki, wo nach Liechtenstein am Samstag nun das zweite Qualispiel innerhalb weniger Tage stattfinden sollte.
Das Gros der Mitfahrer wurde von dem in der Oberpfalz startenden und auf diversen Zustiegen haltenden Bus aufgesammelt und zunächst nach Rostock gebracht, wo man mehrere Stunden Aufenthalt hatte. Ich selbst zog es aus logistischen Gründen vor, diesen Treffpunkt im Norden zusammen mit vier anderen Leuten alternativ per Mietwagen anzusteuern.
Zunächst fuhren wir zu dritt nach Weimar, wo wir unser Quintett vervollständigen sollten. Mit dabei waren zweimal Nürnberg, zweimal Jena und ich als Fürther. Nach einem kleinen Stopp im Supermarkt gings’ dann mit reichlich flüssigem Proviant im Kofferraum los nach Rostock-Warnemünde, wo wir dann irgendwann später ankamen (keine Ahnung mehr, wann das war). Nach einer kleinen Stärkung, stilecht mit gutem Ostseefisch am Hafen, machten wir uns auf zum Treffpunkt, wo wir die Busbesatzung treffen sollten, was auch problemlos und pünktlich von statten ging. Als dann alle komplett waren, machte sich die Reisegruppe nun in zwei Bussen auf zum Fährhafen in Lübeck. Also von Warnemünde nach Travemünde.
Dort am Terminal gabs’ erstmal Chaos, weil keiner wusste, wie man dort einchecken sollte und der gute Mann am Schalter irgendwie auch planlos war. Unser Chef gab die Anweisung, jeder solle sich mal seine Kabinenkrte holen, was auch gemacht wurde. Danach ging man dann gleich aufs Boot, in die Kabine Taschen abstellen und dann den Kutter erkunden. Nach dieser kleinen Besichtigungstour blieb man an der Bar hängen, wo man dann auch die nächsten Stunden (bis 3 ???) hängen blieb und die relativ humanen Bierpreise ihr übriges taten…
Später am Abend nach Barschluss und fast als letzte ging man dann in die Kabine. Einer der beiden mit angereisten Nürnberger hatte eine Kabine mit zwei Fremden…ich theoretisch auch. Da meine Mitbewohner aber nicht da waren und auch kein Gepäck rumstand, gewährte ich als Fürther dem Nürnberger Asyl bei mir. Bin ja zum Glück die toleranz in Person…
Am nächsten Morgen hätten wir eigentlich ein Inklusivfrühstück gebucht, dies wurde aber verschlafen. Der Nürnberger ging erstmal zweimal Reihern, ehe wir auf dem Aussendeck Erholung suchten…mit einem Gläschen Bier
Der Rest der Gruppe flackte sich danach dann erstmal die nächsten Stunden in den Whirlpool. Ich für meinen Teil wollte einen Ruhigen schieben, auf dem Aussendeck und später in der Kabine. Deutsches Fernsehn gabs’ ja zum Glück. Am Abend dann traf man sich dann zum 22-Euro-Abendbuffet wieder und schaffte dort erstmal etwas Grundlage für die nächste Nacht an der Bar. Diese machte leider aus unbekannten Gründen da allerdings schon um 22 Uhr dicht. Allerdings haben sich später ein paar vorbeikommende Ruhrpottler zu uns gesellt und uneigennützig ihren Vorrat nach und nach aus der Kabine geholt. Bier, Apfelkorn, Jägermeister, Wein…alles dabei. Klasse Abend.
Am nächsten Morgen legte die Fähre in Helsinki an und mehr oder weniger frisch und aufnahmefähig wurde uns anschließend im Charterbus von einer gemieteten Reiseführerin die Stadt näher gebracht. War allerdings nicht so tolle, hätte man wahrscheinlich in einer Stunde auch zu Fuß erkunden können. Wetter war schlecht, Regen, Kälte, Katerwetter. Gegen 10 kamen wir im Hotel an, stellten die Taschen ab, weil wir noch nicht einchecken konnten und gingen auf eigene Faust los. Erst Kneipe, dann Steakhaus und später wieder zum Hotel einchecken. Am Mittag fand am Stadion ein Fanspiel statt. Eine finnische und eine deutsche Auswahl wollten sich freundschaftlich auf dem Platz messen. Ergebnis: Spielabbruch. Der nächste derartige Fankick findet übrigens vor dem Englandspiel statt
Am Abend gingen wir dann zum Stadion, erst Kartenvoucher gegen richtige Karten tauschen und danach in die Stadionkneipe. Dort angekommen sahen wir dann, wie die Finnen mit viel Gegröl und Polizeieskorte und Pyrotechnik ins Stadion einzogen. Ausseinandersetzungen mit Polizei oder Deutschen gabs’ aber wohl keine. Unser nächstes Ziel war dann ein Thailänder um die Ecke, wo wir nochmal was essen wollten. Unseren Platz im Stadion, bzw. irgendeinen der noch freien Plätze, nahmen wir dann ca. 15 Minuten und rechtzeitig zu den Hymen ein. Deutsche Fans waren zahlreich vertreten. Eine Zahl schätzen kann ich aber nicht, war allerdings sehr eng alles.
Das Spiel lief dann eher bescheiden. Dreimal musste unsere Elf einem Rückstand aufholen und sich am Ende mit einem 3:3 begnügen. Stimmungsmäßig war es das Spiel über eher verhalten, Fangesang kam nur wenig auf, war am letzten Samstag deutlich besser wie ich finde.
Nach dem Spiel gings dann wieder zurück ins Hotel, wo die dortige Bar das Primärziel der im Hotel abgestiegenen Fans war. Ich hielt mich dort nicht zu lange auf, die letzten Nächte forderten ihren Tribut und ich ging relativ bald schlafen. Den nächsten Tag nutzte ich für etwas Sightseeing. Lief durch die Stadt, schaute mir nochmal Helsinki an. Wie schon erwähnt sind die Entfernungen nicht allzu groß, hab alles mal abgelaufen.
Um 16 Uhr war dann wieder Treffpunkt am Hotel, von wo wir dann per Bus wieder auf die Fähre gebracht wurden. Dort das selbe Spiel, wie auf der Hinfahrt: Taschen weg, Schiff anschaun (war ein anderes), am Abend Abbendbuffet und danach Bar. Da die Bierpreise auf dieser Linie deutlich von der Hinfahrt abwichen, hielten wir uns an dem Abend eigentlich nur an Cocktails, weil bei denen das Preisleistungsverhältnis Preiswirkungsverhältnis besser war. Bis zum Kneipenschluss um drei war an der Bar im Gegensatz zur Hinfahrt noch relativ viel Betrieb, natürlich nur Fussballfans dort noch “aktiv”. Und paar (mietbare?) Osteuropäerinnen taten ihr Übriges zum Stimmungserhalt.
Pünktlich um drei machte dann die Bar dicht und genauso dicht war man dann auch. Nachschub war keiner mehr vorhanden, die Rezeption verkaufte uns aber noch ein paar Büchsen Gin. Ich weiß, der ganze Bericht hier klingt wie ‘ne Butterfahrt für Alkoholiker…aber auf so nem Kutter kann man nichts anders machen. Kurz vor vier war es dann glaub ich als ich dann in die Kabine, welche ich mir diesmal mit drei mir Unbekannten teilte, als letzter kam. Bin dann auch relativ schnell eingeschlafen, ehe ich am nächsten Morgen vom Geschnarche eines Mitbewohners sanft aus dem Schlaf gerissen wurde…
Wenigstens war so diesmal das Frühstück an Bord machbar, welches ich auch genoss. Der Tag der Rückfahrt verlief dann eher langweilig. Zum sich Betrinken hatte man keinen Bock, ausserdem musste man ja am Abend wieder per Auto zurück. Also blieb man nüchtern und schlug die Zeit irgendwie mit Rumsitzen und Rumlaufen tot. Für zwischenzeiltiche Abwechslung sorgte ein Helikoptereinsatz, welcher einen Notarzt auf dem Deck ablies. Das war dann aber auch schon alles. Zum Glück kam das Schiff dann pünktlich um 22 Uhr an. Nachdem wir den Mietwagen organisiert hatten, gings’ auch mit Vollgas wieder zurück. Um 6.20 genau war ich wieder bei mir daheim.
Mein Fazit für diesen Tripp fällt positiv aus. Die Fährfahrten waren zwar streckenweise etwas langatmig, aber wie schon geschrieben: Fliegen kann jeder!
Alle Bilder und Videos von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.













