Bilder vom Testspiel gegen Argentinien
Färdder | 5. März 2010Unter Fotos & Videos findest Du einige Bilder vom Testspiel in München gegen Argentinien.
Unter Fotos & Videos findest Du einige Bilder vom Testspiel in München gegen Argentinien.
Unter dem Motto “Fliegen kann jeder” machten sich am Montag Morgen knapp 120 deutsche Fans auf in Richtung Helsinki, wo nach Liechtenstein am Samstag nun das zweite Qualispiel innerhalb weniger Tage stattfinden sollte.
Das Gros der Mitfahrer wurde von dem in der Oberpfalz startenden und auf diversen Zustiegen haltenden Bus aufgesammelt und zunächst nach Rostock gebracht, wo man mehrere Stunden Aufenthalt hatte. Ich selbst zog es aus logistischen Gründen vor, diesen Treffpunkt im Norden zusammen mit vier anderen Leuten alternativ per Mietwagen anzusteuern.
Zunächst fuhren wir zu dritt nach Weimar, wo wir unser Quintett vervollständigen sollten. Mit dabei waren zweimal Nürnberg, zweimal Jena und ich als Fürther. Nach einem kleinen Stopp im Supermarkt gings’ dann mit reichlich flüssigem Proviant im Kofferraum los nach Rostock-Warnemünde, wo wir dann irgendwann später ankamen (keine Ahnung mehr, wann das war). Nach einer kleinen Stärkung, stilecht mit gutem Ostseefisch am Hafen, machten wir uns auf zum Treffpunkt, wo wir die Busbesatzung treffen sollten, was auch problemlos und pünktlich von statten ging. Als dann alle komplett waren, machte sich die Reisegruppe nun in zwei Bussen auf zum Fährhafen in Lübeck. Also von Warnemünde nach Travemünde.
Dort am Terminal gabs’ erstmal Chaos, weil keiner wusste, wie man dort einchecken sollte und der gute Mann am Schalter irgendwie auch planlos war. Unser Chef gab die Anweisung, jeder solle sich mal seine Kabinenkrte holen, was auch gemacht wurde. Danach ging man dann gleich aufs Boot, in die Kabine Taschen abstellen und dann den Kutter erkunden. Nach dieser kleinen Besichtigungstour blieb man an der Bar hängen, wo man dann auch die nächsten Stunden (bis 3 ???) hängen blieb und die relativ humanen Bierpreise ihr übriges taten…
Später am Abend nach Barschluss und fast als letzte ging man dann in die Kabine. Einer der beiden mit angereisten Nürnberger hatte eine Kabine mit zwei Fremden…ich theoretisch auch. Da meine Mitbewohner aber nicht da waren und auch kein Gepäck rumstand, gewährte ich als Fürther dem Nürnberger Asyl bei mir. Bin ja zum Glück die toleranz in Person…
Am nächsten Morgen hätten wir eigentlich ein Inklusivfrühstück gebucht, dies wurde aber verschlafen. Der Nürnberger ging erstmal zweimal Reihern, ehe wir auf dem Aussendeck Erholung suchten…mit einem Gläschen Bier
Der Rest der Gruppe flackte sich danach dann erstmal die nächsten Stunden in den Whirlpool. Ich für meinen Teil wollte einen Ruhigen schieben, auf dem Aussendeck und später in der Kabine. Deutsches Fernsehn gabs’ ja zum Glück. Am Abend dann traf man sich dann zum 22-Euro-Abendbuffet wieder und schaffte dort erstmal etwas Grundlage für die nächste Nacht an der Bar. Diese machte leider aus unbekannten Gründen da allerdings schon um 22 Uhr dicht. Allerdings haben sich später ein paar vorbeikommende Ruhrpottler zu uns gesellt und uneigennützig ihren Vorrat nach und nach aus der Kabine geholt. Bier, Apfelkorn, Jägermeister, Wein…alles dabei. Klasse Abend.
Am nächsten Morgen legte die Fähre in Helsinki an und mehr oder weniger frisch und aufnahmefähig wurde uns anschließend im Charterbus von einer gemieteten Reiseführerin die Stadt näher gebracht. War allerdings nicht so tolle, hätte man wahrscheinlich in einer Stunde auch zu Fuß erkunden können. Wetter war schlecht, Regen, Kälte, Katerwetter. Gegen 10 kamen wir im Hotel an, stellten die Taschen ab, weil wir noch nicht einchecken konnten und gingen auf eigene Faust los. Erst Kneipe, dann Steakhaus und später wieder zum Hotel einchecken. Am Mittag fand am Stadion ein Fanspiel statt. Eine finnische und eine deutsche Auswahl wollten sich freundschaftlich auf dem Platz messen. Ergebnis: Spielabbruch. Der nächste derartige Fankick findet übrigens vor dem Englandspiel statt
Am Abend gingen wir dann zum Stadion, erst Kartenvoucher gegen richtige Karten tauschen und danach in die Stadionkneipe. Dort angekommen sahen wir dann, wie die Finnen mit viel Gegröl und Polizeieskorte und Pyrotechnik ins Stadion einzogen. Ausseinandersetzungen mit Polizei oder Deutschen gabs’ aber wohl keine. Unser nächstes Ziel war dann ein Thailänder um die Ecke, wo wir nochmal was essen wollten. Unseren Platz im Stadion, bzw. irgendeinen der noch freien Plätze, nahmen wir dann ca. 15 Minuten und rechtzeitig zu den Hymen ein. Deutsche Fans waren zahlreich vertreten. Eine Zahl schätzen kann ich aber nicht, war allerdings sehr eng alles.
Das Spiel lief dann eher bescheiden. Dreimal musste unsere Elf einem Rückstand aufholen und sich am Ende mit einem 3:3 begnügen. Stimmungsmäßig war es das Spiel über eher verhalten, Fangesang kam nur wenig auf, war am letzten Samstag deutlich besser wie ich finde.
Nach dem Spiel gings dann wieder zurück ins Hotel, wo die dortige Bar das Primärziel der im Hotel abgestiegenen Fans war. Ich hielt mich dort nicht zu lange auf, die letzten Nächte forderten ihren Tribut und ich ging relativ bald schlafen. Den nächsten Tag nutzte ich für etwas Sightseeing. Lief durch die Stadt, schaute mir nochmal Helsinki an. Wie schon erwähnt sind die Entfernungen nicht allzu groß, hab alles mal abgelaufen.
Um 16 Uhr war dann wieder Treffpunkt am Hotel, von wo wir dann per Bus wieder auf die Fähre gebracht wurden. Dort das selbe Spiel, wie auf der Hinfahrt: Taschen weg, Schiff anschaun (war ein anderes), am Abend Abbendbuffet und danach Bar. Da die Bierpreise auf dieser Linie deutlich von der Hinfahrt abwichen, hielten wir uns an dem Abend eigentlich nur an Cocktails, weil bei denen das Preisleistungsverhältnis Preiswirkungsverhältnis besser war. Bis zum Kneipenschluss um drei war an der Bar im Gegensatz zur Hinfahrt noch relativ viel Betrieb, natürlich nur Fussballfans dort noch “aktiv”. Und paar (mietbare?) Osteuropäerinnen taten ihr Übriges zum Stimmungserhalt.
Pünktlich um drei machte dann die Bar dicht und genauso dicht war man dann auch. Nachschub war keiner mehr vorhanden, die Rezeption verkaufte uns aber noch ein paar Büchsen Gin. Ich weiß, der ganze Bericht hier klingt wie ‘ne Butterfahrt für Alkoholiker…aber auf so nem Kutter kann man nichts anders machen. Kurz vor vier war es dann glaub ich als ich dann in die Kabine, welche ich mir diesmal mit drei mir Unbekannten teilte, als letzter kam. Bin dann auch relativ schnell eingeschlafen, ehe ich am nächsten Morgen vom Geschnarche eines Mitbewohners sanft aus dem Schlaf gerissen wurde…
Wenigstens war so diesmal das Frühstück an Bord machbar, welches ich auch genoss. Der Tag der Rückfahrt verlief dann eher langweilig. Zum sich Betrinken hatte man keinen Bock, ausserdem musste man ja am Abend wieder per Auto zurück. Also blieb man nüchtern und schlug die Zeit irgendwie mit Rumsitzen und Rumlaufen tot. Für zwischenzeiltiche Abwechslung sorgte ein Helikoptereinsatz, welcher einen Notarzt auf dem Deck ablies. Das war dann aber auch schon alles. Zum Glück kam das Schiff dann pünktlich um 22 Uhr an. Nachdem wir den Mietwagen organisiert hatten, gings’ auch mit Vollgas wieder zurück. Um 6.20 genau war ich wieder bei mir daheim.
Mein Fazit für diesen Tripp fällt positiv aus. Die Fährfahrten waren zwar streckenweise etwas langatmig, aber wie schon geschrieben: Fliegen kann jeder!
Alle Bilder und Videos von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.
Zum Auftakt der WM-Qualifikation stand der Ausflug ins schöne Liechtenstein auf dem Programm. Per Bus, organisiert von der Fanclub-Sektion Mitteldeutschland, gings’ dort hin.
Vor dem Buszustieg traf ich mich in Nürnberg mit einem Clubfan aus dem Nürnberger Umland sowie zwei Regensburgern. Gemeinsam steuerten wir also den Treffpunkt in Feuchtwangen an, wo wir gegen 3 ankamen und und uns kurz darauf auch schon der Bus auflas.
Im Bus wurde es dann bald relativ leise, alles am Schlafen. Nur zwei Offenbacher, der Nürnberger und ich waren munter und kümmerten uns darum, das der mitgeführte Reiseproviant nicht zu lange im Kühlschrank stand…
Während der Fahrt gabs’ einen kurzen Tankstopp, anonsten gings’ relativ schnell. Auch auf Grenzkontrollen wurde diesmal verzichtet und so kamen wir bereits gegen 8 Uhr, wenn ich mich nicht täusche, in Vaduz als erster Bus am Stadion an. Dort gabs dann nochmal für jeden ‘ne kleine Stärkung, ehe wir dann zu viert Richtung Innenstadt marschierten.
Auf dem Weg dort hin fragten wir einen vorbeifahrenden Liechtensteiner in ner teuren Karosse nach dem Weg. Er verzichtete auf eine Wegbeschreibung uns gegenüber und lud uns stattdessen ein, mitzufahren. Gesagt, getan. Wir stiegen ein und fuhren mit unserem Fahrer Beppi nach Vaduz rein. Aber als ob diese Freundlichkeit nicht genug gewesen wäre, zeigte er uns noch ein wenig von der Stadt, lud uns zu nem Glas Bier in einer Kneipe in der Fussgängerzone ein und erzählte ein wenig von seiner Heimat. War ganz nett, aber immer noch nicht genug. Wir stiegen wieder zu ihm ins Auto und Beppi fuhr mit uns zur Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein, wo wir ‘ne kleine Weinverkostung gamacht haben. Kostenlos versteht sich - Beppi, welcher jeden der 5000 Vaduzer persönlich zu kennen scheint, kümmerte sich auch darum. Das Wort Stiftungsstaat bekam für uns eine ganz neue Bedeutung…uns wurde hier vieles gestiftet
Danach fuhren wir mit Beppi wieder zurück in die Fußgängerzone und erkundeten dort ein wenig die Gegend auf eigene Faust. Allerdings gibts’ dort nicht viel zu sehn und die Fußgängerzone durchmarschiert ist man auch in knapp 5 Minuten. Als wir alles gesehen hatten, gingen wir in ein neben dem Rathaus aufgebautes Bierzelt, wo ein Bürgerfest, genannt Fahnenweihe der Chauffeurszunft, stattfand. Einer stand auf der Bühne, redete und keiner hörte zu…
Dort wollten wir dann ne Bratwurst und Bier verkonsumieren, gabs’ allerdings noch nicht. Also gingen wir in eine Kneipe gegenüber und stärkten uns dort. Als wir dann dort so außen saßen, kam wieder Beppi vorbei. Diesmal luden wir Ihn auf ein Gläschen ein, was er nicht ausschlug und sich kurz zu uns gesellte. Er erinnerte sich dann anscheinend daran, daß zwei unseres Quartetts aus Offenbach kommen. Er sagte, er sei mal kurz weg, ging dann nach Gegenüber zur Fahnenweihe und schleppte uns dann einen Pfarrer in Pfarrersmontur aus Hessen an. Keine Ahnung wo er den herzauberte, wie gesagt, Beppi kennt in Vaduz jeden. Der Pfarrer setzte sich dann auch noch zu uns, was für Gelächter am Nachbartisch, überwiegend besetzt mit den Jungs aus Sachsen, sorgte. Pfarrer gibts’ dort drüben nicht so viele, also wurde dies erstmal geknippst.
Nach dem wir die Kneipe abgehakt hatten, gingen wir wieder nach Gegenüber ins Bierzelt, wo mittlerweile schon Livemusik gespielt wurde und auch der Bierhahn nun offen war. Mit der Zeit wurds’ langweilig und unser Clubberer kam auf die Idee, die Stimmung etwas aufzuheizen. Gesagt getan. er ging nach vorne, fragte nach der Möglichkeit, mal eben auf die Bühne gehn zu dürfen und ein Lied anzustimmen. Beppi regelte das und so wurde kurzerhand mal auf der Bühne Mexiko angestimmt und von uns drei im Zelt mitgesungen. Leider machte kein anderer mit und so wurds’ ‘ne Soloeinlage. War aber trotzdem genial.
Im Anschluss daran, machten wir uns auf zum Rathausplatz münf Meter weiter (wie gesagt, alles recht überschaubar dort) um an der gebuchten Rundfahrt teilzunehmen. Das Gefährt bimmelte dann mit Schritttempo durch Vaduz und am Ende landeten wir erneut bei der Hofkellerei, wo wir nochmal ne Verkostung bekamen, diesmal im Rahmen der Sightseeingfahrt wieder kostenlos.
Der Clubfan spendierte uns hier eine Flache Roten, welche wir noch vor Ort in einem Nebenraum in der Hofkellerei leerten. Der Reiseführer der Tour bat uns, wieder einzusteigen, es ginge weiter…wir lehnten jedoch ab und zogen auf eigen Faust weiter. Unser Ziel nun war der Sportplatz vom FC Schaan, wo ein Zweitligaspiel stattfand. Auf halber Strecke zu Fuß entschlossen wir uns dann, den nächsten Bus zu nehmen, weil wir nun mittlerweile keinen Plan mehr hatten wo wir waren und hin müssen. Zum Glück kam dann auch gleich einer, mit welchem wir dann zu dem besagten Sportplatz fuhren. Viel zu früh, es fand gerade noch ein Jugendspiel statt. Wir besorgten uns im Vereinsheim nochmal nen Becher Bier und flackten uns auf die Wiese hinter der Gegengerade des Sportplazes. Da das laufende Jugendspiel nicht so der Brüller war und der Alkohol und die nicht stattgefundene Nachtruhe auch langsam ihren Tribut zollten, pennten wir nach und nach alle in der Mittagssonne ein. Ich wachte dann kurz vor Halbzeit des Zweitligaspiel Schaan gegen Buchs wieder auf. Als ich einschlief schien die Sonne, als ich aufwachte wars kalt und windig… Die anderen waren da bereits schon wieder fit. Das Spiel war langweilig, zweite Liechtensteiner Liga halt. Irgendwann noch deutlich vor Abpfiff verliesen wir dann das Geschehen und fuhren per Taxi zum richtigen Stadion wo das Länderspiel stattfand. Dort auf dem Parkplatz wo der Bus stand war ein Fanfest aufgebaut, mit Bierständen etc. Leider nur alkoholfrei, was uns dazu brachte, nochmal in unseren Bus zu gehen und was richtiges zu sich zu nehmen. Machten wir dann auch, ehe wir dann im Regen Richtung unseres Blocks zogen. Kartentausch, wie sonst bei Auswärtsspielen üblich, viel aus - wir hatten nämlich das Liechtensteiner Qualifikationsabo, also ne Dauerkarte für alle Qualiheimspiele. Dies hatten wir uns zugelegt, da der DFB nicht genug Karten bekommen hat.
Im Block dann das Übliche: Fotos machen, Stadionzeitung lesen und auf den Anpfiff warten. Das Spiel dann begann relativ bescheiden, “nur” eine Eintorführung zur Halbzeit. Im Laufe der zweiten Hälfte wurde es dann jedoch deutlich besser und am Ende stand dann bei der Heimmanschaft eine Null und bei der Gastmannschaft eine 6 auf der Anzeigentafel. Alles paletti, die Gruppenführung somit erstmal sicher.
Nachdem Spiel dann gings wieder zum Bus, wo wir es dann ruhig ausklingen liesen. Der fehlende Schlaf wurde nachgeholt und gegen 2 Uhr kamen wir wieder in Feuchtwangen am Auto an. Die beiden Regensburger fuhren dann den Nürnberger und mich wieder zurück nach Nürnberg, wo wir am Bahnhof beim gelben M ‘ne kleine Stärkung zu uns nahmen und sich dann gegen 5 unsere Wege trennten.
Der Ausflug war perfekt, war alles dabei. Viel Spass, viel Bier und auch ein gutes Spiel mit passendem Ergebnis. Danke an Rico/Sektion Mitteldeutschland für die Organisation sowie Beppi fürs’ Rumfahren
Bleibt nur noch die Frage offen, was man nun mit der Liechtenstein-Dauerkarte macht…an die Russen oder Waliser verticken oder doch selbst Spiele wie z.B. Liechtenstein gegen Aserbaidschan anschaun???
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Die Fahrt zum deutschen EM-Auftakt in Klagenfurt gegen Polen begann für mich bereits um 2.30 Uhr in Schwandorf, wo der Bus eine handvoll Auserlesener, darunter mich, aufgesammelt hat. Nach staufreier Nachtfahrt und einem fixen Grenzübertritt ohne Kontrolle kamen wir kurz nach 9 Uhr am Wörthersee an, wo bereits ein gechartertes Ausflugsschiff samt Buffet zur alleinigen Nutzung wartete und uns bei zumindest teilweise bestem Sonnenbrandwetter 3 Stunden über den See schibberte. War ein netter Einfall des Chefplaners Andre, welcher dies organisierte.
Nach der Schifffahrt fuhren wir dann direkt zum Stadion, wo wir gegen 15 Uhr ankamen. Einen eigenen Busparkplatz gabs nicht, genauso wenig wie andere Parkplätze. So mussten für die Autos paar stadionnahe Äcker/Wiesen herhalten, für Busse wie den unseren reichte ein Platz am Strassenrand in etwa 2 Kilometer Entfernung vom Stadion…
Die Zeit bis zum Anpfiff konnte nun jeder nach eigenem Ermessen gestalten. Ich für meinen Teil wanderte erstmal zum Stadion, schaute mich kurz um, sah dort bereits jetzt einige Deutsche und noch mehr Polen. Danach entschloss ich mich, in die Stadt auf die Fanmeile zu fahren. Gesagt getan. In der Fussgängerzone waren diverse Stände für das Leibliche Wohl aufgebaut, auf einem Platz vor ner Kirche gabs ne Großbildleinwand. Alles in allem nicht schlecht, aber doch relativ übersichtlich. Besucht wurde das ganze überwiegend von deutschen und polnischen Anhängern. Einheimische oder gar Fans anderer Mannschaften waren nur wenige zu sehen. Gesichert wurde das ganze von österreichischer und nordrhein-westfälischer Polizei, welche an jeder Ecke Präsenz zeigten. Machten anscheinend nen guten Job, die befürchteten und bei jedem deutsch-polnischen Aufeinandertreffen üblichen Ausschreitungen blieben aus. Laut Videotext, wie ich später las, gab es in der Stadt knapp 140 Festnahmen von Neonazis, welche ihrer Gesinnung entsprechende Parolen in Richtung Polenanhang gegrölt haben sollen. Sicher haben auch die Polen zurückgegrölt, allerdings werden dies weder die österreichischen noch die deutschen Ordnungshüter verstanden haben, also hats keinen gejuckt. Ich selbst bekam davon vor Ort aber nichts mit.
Nachdem ich die Fanmeile abgehakt und mich dort noch mal mit Bier und Bratwurst gestärkt hatte, fuhr ich wieder ins Stadion. Mit dem Linienbus kam ich auf dem Weg dorthin auch an einer etwas abseits gelegen Großbildleinwand vorbei, welche wohl beim Spiel die Mehrheit der Massen ohne Ticket fürs Spiel anzog. Wieder am Stadion angekommen, es war nun kurz vor halb sechs, suchte ich erst mal den direkt vor dem Stadion gelegenen Supermarkt auf und besorgte mir nochmal was zum Trinken…Stadionpreise sind ja bekanntlich leicht überteuert. Als ich die Pulle Wasser leer hatte, ging ich ins Stadion rein. Sicherheitskontrollen waren da, aber nicht so übertrieben wie beispielsweise bei der WM vor zwei Jahren. Einen äußeren Sicherheitsring z.B. gab es nicht, man kam auch ohne Karte bis direkt vors Stadion. Ich hatte aber zum Glück eine und kam sogar ganz rein.
Dort habe ich kurz alles begutachtet, sah alles relativ behelfsmäßig aus. Aber naja, die Stahltribünen des Oberranges sollen ja ohnehin nach dem Turnier wieder abgebaut werden. Nun suchte ich meinen Platz auf, welcher sich im Unterrang knapp hinter dem Tor befinfand. Beste Sicht aufs Spielfeld, nicht zu nah aber auch nicht zu weit weg.
Jetzt war es gerade mal halb sieben. Man fragt sich, was ich schon so früh auf meinem Platz wollte. Ganz einfach: Das Spiel Österreich : Kroatien, welches im Stadion auf der Videotafel gezeigt wurde, anschaun. Kroatien gewann. Die Gastgeber verloren. Jetzt waren wir an der Reihe. Die deutsche und die polnische Elf waren mittlerweile schon auf dem Platz zur Platzinspektion. Eine Stunde noch bis zum Anpfiff.
Diese wurde mit Musik und Stadionsprechervorträgen schnell abgearbeitet und um 20.45 Uhr war es dann soweit. Deutschland gegen Polen. Erst die Hymnen. Die gegnerischen jeweils von beiden Seiten wie erwartet mit Pfiffen untermalt. Das deutsch-polnische Verhältis ist halt nunmal gestört, da kann auch der Fussball nix dran ändern. Dann das Spiel. Stimmung war am Anfang auf beiden Seiten gut, wobei die Polen akustisch meiner Meinung nach leicht im Vorteil waren. Jedenfalls bis zum Führungstreffer unseres Polen im Deutschlandtrikot, Lukas Podolski. Danach war es erstmal ruhig auf polnischer Seite, nur noch teilweise kam was von denen. Ganz anders auf unserer Seite, da war jetzt Stimmung ohne Ende, was sich nach dem zweiten Treffer unserer Elf sogar noch steigerte. Polen war nun ganz ruhig und bedient.
Als das Spiel zu Ende war, blieben die meisten noch im Block, um die Mannschaft zu feiern. Diese lies sich nicht lange bitten und kam in die Kurve zur obligatorischen Verabschiedung. Das wars. Ein perfekter Turnierauftakt. Danach ging ich wieder mit der Masse aus dem Stadion, wanderte wieder zum Bus. Die Abfahrt gestaltete sich problemlos, kein Stau, nix. Schnell waren wir wieder auf der Autobahn und hatten freie fahrt bis Schwandorf, wo wir gegen halb sieben ankamen und sich die Wege trennten.
Mein Fazit fällt durchweg postitv aus. Wetter war, mal abgesehen von einem einzigen kurzen Schauer, sehr gut, Stimmung optimal, Rahmenprogramm, sprich Bootsfahrt, mal was anderes und der Sieg am Ende des Tages der krönende Abschluss. Danke an Andre für die (wieder mal) klasse Organisation!
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Zum Spiel gegen Irland gabs wieder mal ne Asseltour, d.h. Freitag bis Sonntag auf Tour ohne Hotel, Bett und dem Komfort eines ziviliserten Daseins. Am Freitag ging es also los, diesmal allein. Erstmal wie so oft von Nürnberg nach London-Stansted und von dort dann morgens weiter nach Dublin. Den Freitag Abend verbrachte ich in der Londoner Innenstadt, etwas rumlaufen, einkehren und auf den Bus zurück warten. Gegen drei war ich dann wieder in Stansted, erkämpfte mir dort eine Wartebank (wieder mal alles voll) und lies mich dort erstmal nieder. Schlafen konnte ich da jedoch nicht, weil die Spinner vom Service mitten in der Nacht die Wartehalle mit ihren lauten Maschinen reinigen müssen…jedesmal das selbe. Naja, machte nix, denn der Flieger in die irische Hauptstadt ging ja bereits um halb sieben.
In Dublin angekommen machte ich mich ohne Umwege direkt in die Innenstadt, frühstückte erstmal und begann dann meine geplante Sightseeingtour. Etwas später fuhr ich dann mit so einer Sightseeingtour im offenen Doppeldeckerbus mit, um mir einen Eindruck von der City zu verschaffen. Nach der Tour dann machte ich mich wieder zu Fuß auf den Weg, schaute mir alles nochmal in Ruhe an und ging dann, wie vorab gebucht, zur Guinessbrauereibesichtigung. War ganz nett dort, alles schön erklärt, wie Bier gebraut wird etc. und am Ende gab es ein Gratispint des Endprodukts ganz oben von der Aussichtterrasse des Museums. Danach dann machte ich mich langsam aber sicher auf den Weg zum Stadion, natürlich auch zu Fuß.
Dort angekommen bin ich dann gegen 17 Uhr. Zu der Zeit war noch nicht viel los und so erkundete ich noch ein wenig das Stadionumfeld. War aber wenig spektakulär dort, mitten im Wohngebiet. Doch die Zeit verging und so öffnete dann das Stadion irgendwann seine Pforten und ich ging rein, machte die ersten Bilder und bewunderte die Architektur. Der Gästebereich war im Gegensatz zum Rest des Stadions unüberdacht. Machte aber nix, denn das Wetter war trocken, windstill und relativ mild.
Langsam füllte sich das Stadion, der deutsche Block wurde beflaggt und bis zum Anpfiff war dann alles recht voll. Gute Stimmung dachte ich, aber leider war es dann doch nicht so tolle. Eher verhalten. Mit Dach drüber wärs mit Sicherheit besser rübergekommen. Aber naja, man hat sich halt, wie die Mannschaft auch, nur auf das Nötigste konzentriert. Einziger Höhepunkt war wahrscheinlich der Stadionsprecher, der mit seiner Ankündigung einer Auswechslung für “West Germany” für Gelächter sorgte. Am Ende hieß es nach lahmen Spiel nur 0:0. Grund zum Feiern hatte man dennoch, denn die Qualifikation zur EM war somit für uns perfekt.
Nach Abpfiff und unnötiger fünfzehnminütiger Blocksperre gings’ dann wieder ab in die Stadt. Mittlerweile habe ich mich dann einem anderen Alleinreisenden, einem Gladbacher, angeschlossen. Ziel war eigentlich der Temple Bar Bezirk. Dort kamen wir jedoch nie an, denn auf dem Weg dort hin fanden wir ein anderes nettes Pub, wo wir dann verweilten und ein Pint nach dem anderen zu uns nahmen und der Livemusik lauschten, mit anderen dort aufgeschlagenen Deutschen schwatzten und das irische Nacht-Publeben genossen. War ganz nett. Auch die Tatsache, daß man dort und generell in Irland auch als Gästefan als Gast angesehen wird und man keinerlei Probleme mit Hools oder anderen suspekten Gestalten hat.
Irgendwann hatten wir dann genug und gut abgefüllt gings dann wieder mit dem Bus zum Flughafen, wo wir uns noch ne Mütze Schlaf erhofften. Hätte wahrscheinlich auch geklappt, wenn dann dort nicht so ein verwirrter Ire relativ laut mit sich selbst auf irisch redete und für Belustigung im Publikum, also bei den anderen Wartenden sorgte. Der Höhepunkt war dann, als er mittels Zigarette den Feueralarm auslöste und dann verschwand. Nach ner Zeit kam dann ne Polizistin, sah sich die Alarmglocke an und ging weiter. Nach knapp 15 Minuten Dauerläuten schaffte es dann doch mal ein Trupp Feuerwehrleute hin und sorgte für Ruhe, welche aber nicht lang anhielt, denn auch auf dem Dubliner Flughafen herrscht Ordnung und so kamen auch hier die lauten Reinigungsmschinen zu Einsatz. Mittlerweile hat sich dann auch der Gladbacher verabschiedet, denn sein Flieger ging zwei Stunden früher als meiner. Die Zeit bis zum Abflug schaute ich noch etwas fern, Hauptthema im Morgenmagazin: Der Finaleinzug der Engländer bei der Rugby-WM…
Am Abfluggate lernte ich dann noch ne nette und ebenfalls deutlich übernächtigte Irin kennen, die auch nach London flog. Die texte mich mit irgendwas zu. Hab aber nur nen Teil verstanden, denn zum einen kann ich kein Irisch und zum anderen stellten sich mittlerweile erste Katerkopfschmerzen ein. Aber der Tag verging dann auch so irgendwie. In London hab ich dann auch nochmal etwas Sightseeing gemacht, ehe ich dann am Abend und wieder zurück nach Nürnberg flog und knapp 50 Stunden nachdem ich aus dem Haus ging wieder zurück war…
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Der geplante Auftakt unseres Walestripps für den Nürnberger Jens und mich war eigentlich Freitag Abend gegen halb acht, da hätte der Flieger Richtung London gehen sollen. Der Flieger stand da, nur flog eben nicht. Wegen technischer Probleme hieß es vorerst, also vertrieb man sich die Zeit am Wartebereich mit Schwätzchen mit den anderen Fußballtouristen, überwiegend Nürnberger…na ja, eigentlich alles Nürnberger. Bis auf mich, bin ja Fürther. Aber bei Länderspielen ist man ja tolerant. Allerdings war ich nicht der einzige Außenseiter, ein Wiener, der auf dem Weg zum Englandspiel auch in Nürnberg Station machte, war auch noch da.
Die technischen Probleme am Flieger schienen dann doch größer gewesen zu sein, denn man musste erst einen Ersatzflieger auftreiben. Insgesamt dauerte die Verspätung dann knapp vier Stunden, ehe es dann endlich los gehen konnte. Machte aber im Grunde nix, denn der Linienbus nach Cardiff fuhr eh erst am Samstag um elf.
In London, bzw. Stansted angekommen, hatte man also genug Zeit, sich noch etwas Sightseeing reinzuziehen. Als erstes musste man allerdings die lange Schlange am Einlass zum britischen Königreich hinter sich lassen. Also erstmal brav anstellen, ne dreiviertel Stunde warten, Ausweis vorzeigen, Rucksack vom Band holen, Busfahrkarte in die City organisieren und den Bus suchen, einsteigen und Losfahren. Angekommen in der Londoner City sind wir dann um zwei Uhr, oder auch um drei, hab das mit der Zeitverschiebung irgendwie nicht mehr erfasst. Es war aber noch dunkel. Da um die Zeit dort wo wir ausstiegen nichts mehr offen hatte und auch keine Ubahn mehr fuhr, gingen wir einfach immer gerade aus. Ziel Buckingham Palast. Den Weg kannte ich in etwa und irgendwann kamen wir dort auch an. Alles unbeleuchtet und wir waren die einzigen Touristen dort. Kommt wahrscheinlich auch nicht so oft vor. Von dort gingen wir dann weiter über ne Nebenstrasse zur Westminster Abbey und die danebengelegenen Parlamentsgebäude und Big Ben. Dort überquerten wir die Themse und gingen weiter ostwärts am Ufer entlang, vorbei an knutschenden Paaren, pöbelnden Jugendlichen, ner bettelnden Punkerin die wir nicht verstanden und haschrauchenden, bzw. nach Hasch riechenden Tabak rauchenden Kiddies in Richtung Tower Bridge und Tower. Der weitere Weg führte uns dann von dort zum Bahnhof Liverpool Street, natürlich auch zu Fuß. Dort sollten wir uns planmäßig mit dem HSVer Tobi treffen, was auch alles soweit klappte und so gings weiter zum Victoria Busbahnhof, von wo um elf der Bus nach Cardiff ging. Auf der Busfahrt wurde dann nachgeholt, was in der Nacht fehlte: Schlaf!
Mehr oder weniger ausgeschlafen kamen wir dann auch pünktlich an. Doch das Ziel war noch immer nicht erreicht, denn das gebuchte Hotel war irgendwo ganz anders. Bewaffnet mit nem ausgedruckten Stadtplan gings dann also erstmal auf die Suche. Durch die Fußgängerzone und noch ein Stück weiter. Was wir dort sahen, gefiel uns. Alles äußerst spärlich bekleidete Mädels, kaum zu beschreiben. Sowas bekommt man bei uns leider nur selten auf offener Straße geboten. Hotel war da fast nur noch Nebensache, aber irgendwann fanden wir selbst dort hin. Das reservierte Hotel wollte uns zwar trotz Bestätigung dann doch nicht aufnehmen, aber zwei Türen weiter waren wir willkommen und bezogen dort zu dritt ein kleines Zimmer, was aber völlig ausreichend war. Ich entschloss mich da erstmal dazu, mich von den Schuhen zu befreien, was nach fast 20 Stunden und unzählig gelaufenen Kilometern so was wie ne kleine Befreiung darstellte. Noch etwas frisch machen, dann gings weiter. Wieder zurück durch die Fußgängerzone, vorbei an vielen Fanartikelständen, wo man zu meinem Erstaunen neben deutschen Fahnen und Schals selbst Schals vom 1. FCN erwerben konnte (kein Witz!). Das Stadion wurde dann gegen 17 Uhr erreicht. Dort schaute man sich erstmal um, ging in das Arms Park Stadion, wo Rugby gespielt wird und ging dort wieder raus und schaute noch ein wenig die Stadionumgebung an, ehe man dann endgültig zum Stadioneinlass ging.
Nach leppischen Sicherheitskontrollen, welche eigentlich gar keine waren, waren wir dann drinnen im Milleniumstadion. Ganz nett dort, aber nicht toll. War wohl mal ein ganz modernes Stadion, aber irgendwie mittlerweile auch nichts besonderes mehr. Der deutsche Bereich füllte sich langsam und die Fanfahnen wurden ausgelegt, Platz genug war ja da. Am Anfang bestanden noch die ein oder anderen auf Ihre auf der Karte abgedruckten Sitzplätze, wie auswärts üblich gingen deren Forderung aber dann kurz vor Anpfiff unter. Kurz nach Anpfiff kams dann im Unterrang an der Schnittstelle zwischen deutschem und walisischem Fanblock zu einigen Pöbeleien, was die Ordner allerdings schnell unterbinden konnten. Was genau los war, konnte ich nicht erkennen…ich hatte meinen Platz im Oberrang. Das Spiel selbst war Standard und wurde pflichtgemäß gewonnen. Allerdings nach mäßiger Leistung, was man den Jungs aber wohl auch mal nach zuletzt guten Leistungen zugestehen muss. Nach dem Spiel wurde dann noch etwas die Mannschaft gefeiert. Blocksperre gabs zwar keine, ein Großteil verweilte aber dennoch noch etwas im Block. Irgendwann zog sich dann auch die Mannschaft in die Kabine zurück und somit war auch für uns das Ende gekommen. So gings dann raus aus dem Stadion und wieder zurück, erst in die Fußgängerzone, dann direkt zum Hotel. Kneipentour war nicht, waren alle zu fertig.
Am nächsten morgen dann gabs erstmal für jeden ne Portion britisches Frühstück mit allem, was man so früh am Morgen wohl besser nicht zu sich nehmen sollte. Danach rief uns die nette Frau vom Hotel ein Taxi und so gings dann zurück zum Busbahnhof, wo bereits einige andere Deutsche auf den Transfer zurück nach London warteten. Der Bus war pünktlich und so gings dann wieder los. Eigentlich hätte alles ganz gut geklappt, wenn man da nicht zuerst aufgrund eines Staus dazu gezwungen war, eine Ausweichstrecke durch die Dörfer zu nehmen und danach noch in London in nem kleinen Megastau stand. Irgendwie ging da nix mehr. Die ersten wurden schon nervös, denn deren Flüge waren relativ knapp gebucht. Als man dann an einer Ubahnstation vorbei kam, wollten die ersten raus, weil es damit wohl schneller gegangen wäre. Dies wusste der pflichtbewusste Fahrer jedoch zu verhindern. Die Tür blieb zu. Uns lies das relativ gelassen, denn unsere Rückflüge gingen erst Abends. Allerdings mussten auch wir auf die geplante Stadionbesichtigung in Chelsea verzichten, weil die Zeit nicht mehr gereicht hat. Stattdessen ging man nach Ankunft in Victoria Richtung Buckingham Palast, schaute sich dort etwas um, nahm Fish und Chips zu sich und lief wieder zurück zum Busbahnhof. Dort trennten sich unsere Wege wieder. Jens und ich mussten nach Stansted, Tobi nach Luton. Am Flughafen gings dann recht flott: Einchecken, Sicherheitscheck, Bummeln und Zeittotschlagen im DutyFree-Bereich und letztendlich war dann auch noch der Flieger fast pünktlich. Ankunft Nürnberg: gegen 23 Uhr. Tripp gelungen, erfolgreiches Spiel, neues Stadion gesehn, neues Land bereist…
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Abfahrt zum Spiel war für den oberpfälzer HSVer Tobi und mich um 16 Uhr in Nürnberg, von wo es zunächst in Richtung Karslruhe zum Buszustieg ging. Dort viel zu früh angekommen wurde die Zeit am Bahnhof totgeschlagen, ehe dann gegen 21.30 die beiden freiburger Busse der GS eintrafen.
Auf direktem Wege, naja fast, gings dann über Luxemburg und Frankreich an die britische Aussengrenze in Calais, wo wir erstmal alle aussteigen und in nem Container die Ausweise vorzeigen mussten. Nach dieser Formalität wurde dann der gesamte Bus samt Inhalt auf den Zug verfrachtet und via Eurotunnel nach Folkstone transferiert. So gegen 8 kamen wir dort an. Da zu der Zeit jeder wieder mehr oder weniger wach war, war die Stimmung im Bus auch recht gut und so wurde dann das letzte Teilstück bis London in Angriff genommen.
Dort in der Megastadt angekommen, fuhren wir erstmal zum Mannschaftshotel, um die Parkausweise für die Busse in Empfang zu nehmen. Nach ner Stunde im Stau und bei britischem Sauwetter kamen wir auch dort endlich an und fuhren im Anschluss weiter zum Stadion.
Gegen 11 kamen wir dann endlich an der “Kathedrale des Fußballs” an und nahmen die Schüssel erstmal von außen in Betracht. Schon beeindruckend das Teil. Auch die Dietmar-Hamann-Bridge gleich überm S-Bahnhof ist sehr gelungen, auch wenn die falschen Namensschilder dafür angeschraubt sind…
Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir dann in die Innenstadt zur Towerbridge, liefen einmal um den Tower und fuhren dann zum Chelseastadion, wo wir einen Arsenalanhänger als Schrankenposten vorfanden und Mourinho zweimal in seinem Audigeländewagen an uns vorbeifuhr. Leider nahmen wir nicht wahr, daß dort auch Stadiontouren angeboten wurden; dies wird dann wohl in zwei Wochen während des Londonaufenthaltes nach dem Walesspiel nachgeholt.
Da uns die anderen Sehenswürdigkeiten in London nicht interessierten, gings dann wieder zurück zum Wembleystadion. Gegen 18.30 waren wir dann dort wieder angekommen und gingen ins Stadion rein. Im Vorfeld war viel über die Sicherheitsbestimmungen spekuliert worden, Kameras etc. waren lt. Kartenvermerk verboten. Die Sicherheitskontrollen waren am Einlass jedoch äußerst locker, eigentlich gar nicht vorhanden; es wurde teilweise nichtmal abgetastet.
Im Innern dann das übliche Bild. Fressbuden, Souveniershop und sogar an ein Wettbüro wurde gedacht. Die Preise waren jedoch relativ teuer, so vielen für ein Stadionheft 6 Pfund an, für einen Burger mit Getränk 5,50 Pfund und für Fish & Chips 7 Pfund.
Im Block angekommen wurde dann erstmal über den Sicherheitswall gewitzelt, welcher aus einer über drei Sitzreihen verlegten Gummimatte bestand. Aber sollte kein Problem darstellen. Wie von außn macht das Stadion auch von innen einen sehr guten modernen Eindruck. Ob es die in den Medien genannten Baukosten von 1,4 Milliarden Euro wert ist will ich allerdings nicht bewerten… Persönlich gefiel mir nicht, daß der Rasen z.B. nicht tiefergelegt ist, so konnte man in den ersten 3-5 Reihen hinterm Tor, wo auch wir unseren Platz hatten, im Sitzen das Spielfeld nicht gut überblicken. Aber egal, es wurde wie auf Auswärtsspielen üblich eh auf den im Vorfeld angekündigten Sitzzwang verzichtet und auch die Engländer auf der anderen Seite der Gummimatte haben gestanden. Auf den Plätzen fanden wir Plastiktüten vor, gelbe, rote und schwarze, die eine Deutschlandfahne in einer Choreographie ergeben sollte. Auch die Engländer hatten eine in Form einer Englandfahne mit dem Schriftzug “Danke für 2006″ auf der Gegentribüne vorbereitet. Etwas untypisch für die Insel, aber naja, Heimspiele sind halt mittlerweile auch in England mehr Event als richtiger Fußball.
Das Spiel begann dann weniger gut für uns, bereits nach 10 Minuten waren wir im Rückstand. Leider machte sich mit dem Rückstand auch das in Massen mitgereiste deutsche Eventpublikum bemerkbar, nämlich mit Schweigen; die anfänglich gute und lautstarke Unterstützung bleib nach dem 0:1 aus. Aber nicht lange, mit dem Ausgleich in der 26. Minute wurden die Gesänge wieder lauter und mit der Führung in der 40. war wieder alles in Butter, sportlich und stimmungstechnisch. Da nun spätestens mit unserer Führung das vielgelobte stimmgewaltige und singfreutige Englandpublikum die Unterstützung verweigerte, wurde es nun zu einem Heimspiel für uns.
Außer paar mal dem Bomberlied kam nix mehr von der anderen Seite und als dann den Engländern ein “Football’s coming home” von deutscher Seite entgegengeschmättert wurde, wars irgendwie ganz aus bei denen.
Sportlich gesehn war die zweite Hälfte nur noch zittern angesagt, die Engländer kamen paar mal gefährlich nahe vors Tor; Lehmann und die Abwehr leisteten aber ganze Arbeit und hielten den Sieg fest. Irgendwie alles wie immer, am Ende gewinnen eben immer die Deutschen, wie ein Engländer mal bemerkte - in Wembley ungeschlagen seit nun mehr als 30 Jahren! München 2001 können die sich nun langsam mal an die Backe schmiern.
Nach dem Spiel dann die gewohnte und erwartete Blocksperre, die aber nur ca. 15 Minuten andauern sollte. Danach gings dann zurück zum Bus und ohne große Highlights wieder zurück Richtung Deutschland. Ankunft Nürnberg 18 Uhr - das Ende eines gelungenen und auf Ewig in Erinnerung bleibenden Fünfzigstundentripps. Fortsetzung folgt in zwei Wochen in Cardiff/Wales…
Alle Bilder und Videos von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.
Das Pragwochenende begann für mich schon am Freitag, als ich mich am Vorabend in Tirschenreuth mit drei Mitfahrern (Leipzig/Leipzig/Gladbach) traf. Nach einem geselligen Abend und einer Nacht in einem billigen, aber recht feinen Gasthaus fand man sich dann nach dem Frühstück am Abfahrtspunkt ein, wo schon ein paar weitere Mitfahrer und ca. 25 Kisten Hopfenkaltschale und andere Getränke warteten.
Nachdem der Bus da war, wurde der Getränkevorrat verstaut und sich ein Platz im noch leeren Bus ausgesucht. Nach den Zusteigestopps in Tirschenreuth, Floß und Vohenstrauß war der Doppeldecker dann mit ca. 65 Mann gut gefüllt und man stellte die allgemeine Kommunikation von Deutsch auf Oberpfälzisch um, was für einen Franken wie mich doch eine Gewisse Umstellung bedeutet. Am letzten Stopp vor der Grenze stieg dann auch ein alter Bekannter, Tobi S. aus M-H (oberpfälzer HSV-Dauerkarteninhaber), mit ein.
An der Grenze ging es recht schnell, ca. 20 Minuten dauerte die routinemäßige Überprüfung durch die in schwarz gekleideten Grünlinge. Nachdem man die Prozedur hinter sich gebracht hatte und sich im Tschechenland befand, wurde erstmal der erst beste Rasthof für einen Zwischenstopp genutzt. Es dauerte hier nicht lange, da wurde man auch schon von einem Trupp tschechischer Bereitschaftspolizisten belästigt. Die waren allerdings umsonst da - es gab keine Arbeit für sie… Nach einem weiteren Stopp kamen wir dann gegen 13.00 Uhr in Prag an, wo wir uns erstmal verfuhren. Als das Stadion dann doch gefunden wurde, wurden erstmal die Kartengutscheine in echte Karten umgetauscht und die bestellte, bereits wartende Stadtführerin mit eingepackt, ehe es dann wieder weiter ging.
Auf der Stadtrundfahrt kamen wir am mit ca. 240000 Plätzen angeblich größten Stadion der Welt vorbei, schauten uns die Villa vom besten tschechischen deutschsprachigen Sänger, Karel Gott, aus der Ferne an und bekamen das 8. teuerste Hotel der Welt zu sehn. Nachdem man in Bahnhofsnähe den Bus verlassen hatte, ging es quer durch die City an den bedeutensten Bauwerken vorbei, immer der Stadtführerin nach, bis man dann die reservierte Gaststätte erreichte. Tobi und ich zogen es allerdings ab hier vor, die City weiterhin zu Fuß zu erkunden und uns von der Gastfreundschaft der Tschechen uns Deutschen gegenüber zu überzeugen (Achtung: IRONIE!). Das erste Highlight diesbezüglich war an nem Bratwurststand, wo man anstatt der angeschriebenen 40 Kronen von uns 50 Kronen haben wollte. Auf dem Weg durch die Stadt kamen uns neben weiteren äußerst abweisenden Tschechen immer wieder auch andere Deutsche entgegen, insgesamt merkte man schon, daß heute noch ein Länderspiel anstand. Die befürchteten Ausschreitungen blieben jedoch aus, nur paar kleinere Zwischenfälle wurden später vermeldet.
Mehr oder weniger planlos machten wir uns dann nach unserer Besichtigungstour auf den Weg ins Stadion, welches wir dann per Straßenbahn und unauffälliger Verfolgung von zwei mit Tschechentrikot gekleideten Leuten letztendlich auch fanden. Am Stadion selbst war zu der Zeit schon einiges los, Fans, Antifans, kartensuchende Deutsche und Tschechen und natürlich ein enormes, hochgerüstetes Polizeiaufgebot. Auf dem Parkplatz liefen uns dann doch noch drei freundliche Tschechen über den Weg, die uns selbstgebrannten Schnaps aus ner kleinen Mineralwasserplastikflasche anboten und uns, wohl stellvertretend für alle Deutschen, für die perfekte Organisation der WM lobten…das letztjährige Großereignis scheint tatsächlich positive Spuren hinterlassen zu haben. Am Einlass gab es dann kurzzeitig etwas Aufregung, als paar Kartenlose versucht haben, sich alternativ Zugang zum Stadion zu verschaffen, dies wusste die Polizei jedoch zu verhindern. Die Kartenlosen wurden erstmal von der Polizei neben dem Eingang festgesetzt, weil einfach zurück ging aufgrund der Enge der Gasse auch nicht. Was weiterhin mit Ihnen geschah? Keine Ahnung. Wir gingen dann erstmal zum Wurststand und gönnten uns ne tschechische Currywurst…was bedeutet: fettige Wurst, Scheibe Brot und Senf, bäh…
Vor dem Block liefen mir dann noch die Freiburger und andere bekannte Gestalten übern Weg, wie immer die selben Nasen vor Ort.
Beim Spiel selbst war die Stimmung anfangs nicht schlecht, eppte dann aber etwas ab. Erst mit den beiden Toren kam wieder mehr Gesang auf. Das übliche Repertoir wurde von den geschätzten 2000 Deutschen aufgeboten: Nationalhymne mehrmals beim Spiel, „Deutschland, Deutschland“, Mexiko und anderes Liedgut waren zu hören. Von tschechischer Seite kam wenig, erst nach dem Anschlusstreffer wurden die nochmals laut, was aber auch nix half. Deutschland gewann am Ende verdient mit 2:1. Nach dem Spiel kam, wie erwartet, die übliche Blocksperre, welche etwa 30 Minuten dauerte und Zeit für allerlei Blödsinn lieferte. Ein Flitzer wagte den Sprung über Zaun und fungierte als Anheizer, zur Belustigung der im Block Ausharrenden. Während der Blocksperre wurde nochmals mit voller Stimmgewalt zugeschlagen, das gesamte verfügbare Liedgut schallte durchs mittlerweile leere Stadion. Auch ein neuer Kultgesang wurde geboren: „So gehen die Deutschen und die Deutschen gehen so…“ wurde laut wiedergegeben und anschließend leise in geduckter Stellung selbiger Text mit den Tschechen. Dies wird wohl auch bei unseren nächsten Reisen angestimmt werden.
Irgendwann durfte man dann endlich raus. Schnell war man wieder zurück auf dem Busparkplatz, immer begleitet von der Polizei. Es blieb jedoch auch nach dem Spiel alles ruhig, jedenfalls rund ums Stadion. Kein wunder, die Tschechen waren ja schon alle abgezogen. Was später in der Stadt war, weiß ich nicht. Kann aber nichts schlimmeres passiert sein, die Zeitung mit den vier Buchstaben und diverse sensationsgeile Unterschichtensender haben am Sonntag schließlich nichts vermeldet.
Fazit: Insgesamt sehr gelungene Fahrt. Leider, aufgrund der geringen Stadionkapazität, etwas wenig Deutsche. Danke an Andre für die Organisation der Fahrt!
Alle Bilder und Videos von diesem Ausflug findest Du unter Fotos & Videos.
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